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Chronologie des Lebens von Hildegard Knef |
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1970 – 1979 Für die Richtigkeit der Angaben übernimmt der Autor keine Haftung |
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1970 |
Februar: Die LP KNEF erscheint – nach eigenem Bekunden ihr bestes Album. 30.3.: Beginn des Vorabdrucks
des Geschenkten Gauls in
der Zeitschrift „Jasmin“, unter dem Titel „Menschenskind“; für die Rechte
erhielt Hildegard Knef 370.000 DM; zu dem Zeitpunkt fehlten dem Verlag noch
ca. 150 Seiten des Buchs. Mai: Nach Abschluss der
Arbeiten am Geschenkten Gaul 3-monatiger
Aufenthalt im Haus eines Freundes bei St. Tropez an der Côte d’Azur; dort
wird ihr Anfang Juli von Fritz Molden das erste Druckexemplar überreicht. 4.8.: Veröffentlichung ihres
ersten Buches Der
geschenkte Gaul – Bericht aus einem Leben. Das Buch wird ein phänomenaler
Erfolg (Platz 1 der „Spiegel“-Liste) und verkauft sich innerhalb der ersten
sechs Wochen in den deutschsprachigen Ländern 280.000 mal; Hildegard Knef
erhält vom Verlag Fritz Molden ein Vorab-Honorar von 250.000 D-Mark sowie 17%
der Erlöse für alle über 100.000 verkaufte Exemplare; das Buch wird in 17
Sprachen übersetzt und auch international zu einem Bestseller (im Jahr 2002
weltweit verkauft: ca. 4 Millionen); in den USA hält sich die englische, von
ihrem Ehemann David Anthony Palastanga übersetzte Ausgabe, The Gift
Horse, ein Jahr lang auf der Bestsellerliste der New York Times,
davon 18 Wochen auf Platz 1; in Großbritannien erreicht es nach 10 Tagen
Platz 2. September: Hildegard Knef stellt
das Buch unter großer internationaler Presseaufmerksamkeit auf der
Frankfurter Buchmesse vor; es folgen 6 weitere Präsentationen vor insgesamt
3.000 Buchhändlern, die zuvor ein Belegexemplar mit einer von Hildegard Knef
besprochenen Werbeplatte
erhalten hatten; im Herbst und Winter werden zur weiteren Promotion in 26
großen dt. Städten sowie in Österreich und der Schweiz Lesungen und
Signierstunden mit Hildegard Knef veranstaltet (am 22.10. auch in Berlin);
ihr Verleger Fritz Molden schreibt 1984 in seinem Buch „Der Konkurs“, sie
habe mehr als 200 Signierbuchhandlungen besucht und ungefähr 60.000 Exemplare
signiert, wovon sie Schwielen an den Händen bekommen hätte. 20.10.: In der Zeitschrift „Bunte“ erscheint eine repräsentative
Meinungsumfrage nach den beliebtesten Schlagerstars Deutschlands; Hildegard
Knef steht an 6. Stelle: 48% der Befragten haben eine positive Meinung, 30%
eine negative, 22% keine Meinung; Sieger wird Udo Jürgens (71% positiv, 15%
negativ, 14% keine Meinung). November: Die Doppel-LP Der geschenkte Gaul erscheint, auf der sie selbst Auszüge aus ihrem Buch vorträgt (im Dezember 1998 nimmt sie größere Auszüge für ein CD-Boxset auf). |
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1971 |
Januar: In einer Münchner
Privatklinik muss sich Hildegard Knef einer Bluttransfusion unterziehen,
aufgrund von Komplikationen, die bei der Geburt der Tochter entstanden waren. Erste Jahreshälfte: Promotionsreisen durch
ganz Europa (Helsinki, Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, Brüssel, Paris). Juni: Beginn einer
Promotionstour in den USA für The Gift
Horse (Der geschenkte Gaul), darunter 2 Auftritte in der populären Dick Cavett Show
und ein Auftritt in der David Frost Show;
insgesamt absolviert sie 34 Fernsehinterviews; bei einem Empfang für sie in
der dt. Botschaft sagt Botschafter Rolf Pauls: „Was Sie in einer Woche
erreicht haben, das ist uns in 25 Jahren nicht gelungen.“ 27.6.: Teilnahme an der jährlichen Demonstration in New York für mehr Rechte von Schwulen und Lesben. Sommer: Ehrengast bei der
Jahrestagung der amerikanischen Fernsehakademie. 21.8.: In einem Interview mit
der Zeitschrift „Das Neue Blatt“ sagt sie: „Ich habe keine Lust mehr, Theater
zu spielen, Filme zu machen, auf eine Konzerttournee zu gehen. (…) Ich mache
mir nichts mehr aus dieser oberflächlichen Arbeit.“ 3.9.: Gesangsauftritt bei der
Gartenparty von Bundespräsident Gustav Heinemann im Schloss Bellevue am Abend
der Unterzeichnung des Viermächte-Abkommens über Berlin. Oktober: Unmittelbar nach
Ausstrahlung der in München gedrehten TV-Show Ich brauch
Tapetenwechsel mit den Les Humphries Singers (28.10.) wird das von
Humphries als musikalischem Leiter in Berlin aufgenommene Album Worum geht’s hier eigentlich? veröffentlicht. Herbst: Ehemann David Anthony
Palastangas englische Übersetzung des Geschenkten
Gauls, The Gift
Horse, erhält den „Schlegel-Tieck-Preis“ der „British Translators
Association“. Dezember: Vorübergehender Umzug
nach Hamburg-Pöseldorf, Harvestehuder Weg 19, zur Behandlung der durch die
Frühgeburt bedingten Bindegewebsschwäche von Tochter Christina durch eine
Fachärztin. 29.12.: Das US-Filmmagazin
„Variety“ zitiert Hildegard Knef mit den Worten: „I shall never do another
movie unless poverty forces me to“ [Ich werde nie wieder einen Film drehen,
es sei denn, Armut zwingt mich dazu]. • Ihr Vertrag mit der Plattenfirma Decca,
für den sie 2 Millionen D-Mark erhalten hatte, endet und wird nicht
verlängert. |
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1972 |
April: In Samedan im Engadin
verfasst Hildegard Knef das Vorwort zum Buch An Outline of
Spiritual Healing ihres Freundes Gordon Turner. September: Publikation des Buches Ich brauch
Tapetenwechsel: Texte, das 70 Gedichte, Kurzgeschichten und Liedertexte
aus den Jahren 1965 bis 1972 enthält; in der Zeitschrift „Stern“ erscheint am
1.10. eine schlechte Kritik („penetrantes Parfum der Knef“… „Der
lauschig-eintönigen Stimme entkleidet, steht nun platt auf Papier, was die
Knef-Gemeinde bewegt“). Oktober: Die ersten LPs bei
ihrer neuen Plattenfirma Philips erscheinen: Die gleichnamige LP zum Buch,
betitelt Texte -
geschrieben und gelesen, mit einer Auswahl von 32 von ihr selbst
gesprochenen Texten, sowie das Album Und ich dreh’ mich nochmal um. 19.11.: Der Zeitschrift „Frau
im Spiegel“ teilt Hildegard Knef mit, dass sie ihrer Tochter zuliebe wieder
Deutsche werden will: „Denn mich verbindet mit England soviel oder sowenig
wie mit Thailand. Deutschland ist immer meine Heimat geblieben – und mein
Mann fühlt sich inzwischen ebenfalls als Bürger dieses Landes.“ (Sie wird
allerdings erst 2001 wieder deutsche Staatsbürgerin). Dezember: Aus Anlass des 50.
Geburtstages der BBC erscheint in vielen Ländern Europas – aber nicht in
Großbritannien – die 7“-Single Auntie
(eine holländische Produktion auf der u.a. auch Vicky Leandros und Demis
Roussos singen). |
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1973 |
10.4.: Vorübergehender Umzug
ins Jagdschloss „Hubertushof“ (Landhaus des Prinzen von Fürstenberg) in
Strobl am österreichischen St. Wolfgangsee. 18.4.: Nach einem Blutsturz
fährt David Cameron seine Frau per Auto nach Basel, wo sie zwei Mal operiert
wird: zunächst Entfernung der Gebärmutter, dann – am 3.5. – Entfernung eines
Teil des Darms, nach einem Verschluss aufgrund einer akuten Bauchhöhlenentzündung;
die OPs werden durch Blutgerinnungsstörungen verkompliziert, an denen sie
seit der Geburt ihrer Tochter leidet; die Ärzte hatten wenig Hoffnung, dass
sie die zweite Operation überstehen würde; erste hoch dosierte
Morphiuminfusionen; kurz danach Erkrankung an Brustdrüsenkrebs. 19.4.: Die 75-minütige Show Knef `73 wird im ZDF
ausgestrahlt, in der sich bekannte Zeitgenossen und Weggefährten (Willy
Brandt, Henry Miller, Carroll Righter u.a.) über Hildegard Knef äußern; die
Künstlerin selbst trägt mehrere Chansons vor (musikalische Leitung: Hans
Hammerschmid). 6.8.: Operation (Amputation
der linken Brust) in Salzburg – im Buch Das Urteil schreibt
sie, es sei ihre 56. Operation gewesen; danach Verbrennungen infolge starker
Kobaltbestrahlungen. Spätsommer: Einzug in die noch im
Umbau befindliche „Mühle zum Feld“ (errichtet 1449, etwa 35 Zimmer) bei Traunkirchen
am Traunsee in Österreich, dort Wiederbeschäftigung mit der Malerei. Herbst: Hildegard Knef liefert
bei ihrem Verlag Fritz Molden ihren zweiten Roman ab; kurz danach vernichtet
sie jedoch die bereits verfassten ca. 360 Seiten; im April 1975 berichtet sie
der Zeitschrift „Stern“, es habe sich dabei um einen nicht-autobiografischen
Roman über zwei „sehr verschiedene Männer mit sehr verschiedenem Hintergrund“
gehandelt, von denen der eine „ein pathologischer Lügner“ gewesen sei. |
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1974 |
Februar: Das Album Ich bin den
weiten Weg gegangen erscheint, eine Zusammenarbeit mit Hans Hammerschmid
(10 Titel), Charly Niessen (2 Titel) und Hans Blum (1 Titel), auf dem sich
mit Ich gebe alles auf das einzige
Lied befindet, das Hildegard Knef nicht nur selbst getextet, sondern auch
komponiert hat. Februar: Beginn der Arbeiten am
Buch Das Urteil;
erste Notizen hatte sie im Winter 1973 verfasst. Frühjahr: Aufnahmen zu einer 90-minütigen TV-Show fürs
niederländische und einer zweistündigen Personality-Show fürs belgische
Fernsehen. Sommer: Die bayerische Geistheilerin
Hilde Heilmaier schafft es nach angeblicher Kontaktaufnahme mit einem
verstorbenen Lord Mikaal (einer Reinkarnation des Erzengels Michael) durch
die Verordnung „kosmischer Strahlenernährung“ (ein Tag fasten und nichts
trinken) Hildegard Knef von postoperativen Schmerzen zu befreien. Oktober: Obwohl kaum genesen,
dreht Hildegard Knef in Traunkirchen, Gmunden und Umgebung die Fernsehshow Hildegard Knef und
ihre Lieder, die am 12.4.1975 im ZDF ausgestrahlt wird. • Ihr Freund, der englische Geistheiler
Gordon Turner stirbt. |
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1975 |
13.1.: In Wien Verleihung des
Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse „für Verdienste um die Anerkennung der Bundesrepublik
Deutschland in der Welt“ durch den dt. Botschafter in Österreich. 23.3.: Durch einen Artikel in der „Welt am Sonntag“ wird erstmals bekannt, dass
Hildegard Knefs Operationen im Sommer 1973 aufgrund einer Krebs-Erkrankung
erfolgt waren – zuvor wurde zwar bereits breit darüber berichtet, jedoch war
nie das Wort „Krebs“ gefallen; Hildegard Knef selber sagt noch in einem
Interview im September 1975 der Zeitschrift „Bunte“: „Da wir heute noch nicht
wissen, was das für eine Krankheit ist, kann auch von geheilt keine Rede
sein.“ Juni: Veröffentlichung ihres
Buches Das Urteil oder
Der Gegenmensch (Arbeitstitel: „Das Gottesurteil“ bzw. „Der
Gegenmensch“), mit einer Startauflage von 120.000 Exemplaren, in der sie u.a.
über ihre Krebserkrankung und über ihre Behandlung durch die Ärzteschaft
schreibt. Diese Thematik löst eine Kontroverse in der dt. Presse über die
Frage aus, ob man öffentlich über seine Krebserkrankung sprechen darf; Auszüge
des Buches wurden seit 30.4.1975 vorab im „Stern“ veröffentlicht (die Rechte
hatten 360.000 D-Mark gekostet, davon erhielt Hildegard Knef 90%);
möglicherweise widerrechtlich erworbene Textpassagen wurden bereits vor dem
„Stern“-Abdruck in den Zeitschriften „Quick“ und „Bunte“ in Artikelserien
publiziert; das Buch wird später in 15 Sprachen übersetzt. Juni: Eine zugehörige Doppel-LP
mit selbst gesprochenen Ausschnitten erscheint im Handel. • Promotionstour für das Buch, u.a.
erneut auch in den USA (Interviews mit Rex Reed und Barbara Walters). August: Die LP Applaus erscheint – ein Album mit
amerikanischen Musical-Liedern, deren Texte von Gerhard Bronner übertragen
wurden. 10.9.: Beginn der 6-wöchigen
Dreharbeiten in Berlin-Wedding zu ihrem ersten Spielfilm nach 8 Jahren, Jeder stirbt für sich allein,
über den Hildegard Knef sagt: „Es wird wohl
mein letzter Film“; Wohnort ist bis Februar 1976 das Hotel Kempinski
(mit dessen Besitzer Rudolf Münster sie befreundet ist; „Bellevue-Suite“ Nr.
1148/1150); währenddessen schwere Morphium-Entzugserscheinungen, wovon die
Boulevard-Presse Wind bekommt und titelt: „Knef rauschgiftsüchtig?“, „Böse
Gerüchte um den Geisteszustand“. 24.10.: Die Presse berichtet in
großer Aufmachung darüber, dass Hildegard Knef ihren Mann aus ihrer
Hotelsuite geschmissen hat; die Gründe des Streits waren nach Angaben
diverser Medien: Hildegard Knefs Ärger über die schlechten
Vertragskonditionen für die internationalen Rechte am Buch Das Urteil, die David
Cameron ohne ihr Wissen ausgehandelt hatte, sowie dessen Forderung nach
Herausgabe des Kindes; aufgrund dieses Vorfalls wird ein Leibwächter vor der
Tür postiert. 8.11.: Hildegard Knef gibt die
Scheidung von ihrem Ehemann bekannt. |
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1976 |
Januar: The Verdict (Das Urteil) erreicht Platz 2 der US-Bestsellerliste. 21.1.: Premiere des Films Jeder stirbt für sich allein
in der Berliner „Filmbühne Wien“, der jedoch bei Kritik und Publikum
durchfällt (Hildegard Knef selbst hielt ihn für einen ihrer besten Filme); am
Premierenabend bestreitet sie gegenüber der Presse Scheidungsabsichten. 6.2.: In einem Interview mit
der „Bild“-Zeitung teilt Hildegard Knef mit, dass sie erstmals seit 6 Monaten
wieder in der „Mühle“ lebt – zusammen mit Ehemann David; auf die Frage, ob
sich das Paar versöhnt habe, antwortet sie: „So was geht doch nicht ruckzuck,
ich meine, wenn es mal richtig geknallt hat, oder? In 16 [sic] Jahren Ehe, wie bei uns, gibt’s Spannungsfelder. Die muss man jetzt
behutsam abbauen. – Frage: Was wird mit der Scheidung? – Sagen wir, die Sache
ruht.“; 4 Monate später wird die Scheidung vollzogen. • Verleihung der „Goldenen Filmrolle“ als
beste Schauspielerin für den Film Jeder stirbt für sich allein
bei den Internationalen Filmfestspielen von Karlovy Vary (Karlsbad, damalige
Tschechoslowakei). • In San Francisco Auszeichnung mit dem
„Mark-Twain-Preis“ für die englische, ebenfalls von David Anthony Palastanga
übersetzte Ausgabe des Urteils,
The
Verdict; die Trophäe wird ihr später – nach eigenen Angaben – entwendet
(die Verleihung lässt sich nicht verifizieren). 4.6.: Nach 14-jähriger Ehe
Scheidung in Wels (Österreich) von David Cameron (offiziell: David Anthony
Cameron Palastanga). Beim Wegzug aus der
Mühle am Traunsee lernt sie über die gemeinsame Freundin Baronin von Lazar
den amerikanischen Staatsbürger ungarischer Herkunft Paul Freiherr von Schell
zu Bauschlott kennen; Schell ist 15 Jahre jünger als sie und war zuvor u.a.
als Regieassistent von Robert Aldrich, Synchronsprecher, Kleindarsteller und
Übersetzer tätig; sie zieht zusammen mit ihrem Berater, dem US-Amerikaner
Robert Kingsley nach Berlin-Charlottenburg, in eine 300 m² große Wohnung im
3. OG des Hauses Clausewitzstraße 4 und im Sommer 1977 bezieht sie – mit Paul
von Schell – eine 14-Zimmer-Villa in Berlin-Dahlem, Bettinastraße 12; sie ist
währenddessen in großer Sorge, ihr bisheriger Ehemann David könnte ihr das
Kind wegnehmen. • Engagement für UNICEF –
Schallplattenaufnahme mit dem Text der Rechte
des Kindes. August: Veröffentlichung der LP Bei dir war es immer so schön, mit Neuaufnahmen berühmter deutscher Schlager; es ist ihre erste Produktion mit Arrangeur Herbert Rehbein. 3.10.: Mit Romy Schneider zu
Gast bei der Wahl-Party der SPD zur Bundestagswahl im Berliner Rathaus
Schöneberg. November: In Berlin lernt
Hildegard Knef die bekannte Wahrsagerin Gabriele Hoffmann kennen. Dezember: Nachdem es im August
1976 in der Diskothek „Annabelle’s“ in der Berliner Fasanenstraße zwischen
Paul von Schell und Hildegard Knef „gefunkt“ hat, bittet Schell sie zu
Weihnachten, seine Ehefrau zu werden. |
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1977 |
Januar: Nur 5 Monate nach der letzten
LP-Veröffentlichung erscheint das Album Lausige Zeiten; die Platte
verkauft sich nur leider nur –
lausig. Januar: Gast beim
Internationalen Presseball in den Messehallen unterm Funkturm in Berlin. April: Der Molden-Verlag
verkauft für knapp 1 Million D-Mark 200.000 gebundene Exemplare des Geschenkten Gauls
zum Vertrieb in den Läden von „Eduscho“ (zu 7,95 D-Mark). 1.6.: Heirat mit Paul von
Schell in Berlin-Charlottenburg; Carroll Righter ist einer der Trauzeugen;
Ex-Ehemann David Cameron hatte 8 Tage zuvor ebenfalls erneut geheiratet, die
Österreicherin Dorothea Gräfin Lamberg (genannt „Pumpi“). Juni: Hildegard Knefs
Flitterwochen mit Ehemann Paul fallen zusammen mit dem Beginn der
Dreharbeiten zu Billy Wilders letztem Film Fedora auf der griechischen Insel
Lefkas; anschließend Aufnahmen in den Bavaria-Studios in
München-Geiselgasteig und in Paris; während des Auftragens eines
Spezial-Make-ups gerät ihr etwas Gummilösung in ein Auge, was eine
Augenoperation nötig macht. Sommer/Herbst: Arbeiten am Buch Nichts als
Neugier. August: Verleihung des
Bundesfilmpreises für ihr Gesamtwerk. August: Ihr Halbbruder Heinz
stirbt 41-jährig in Berlin an Hodenkrebs bzw. an den Folgen eines kurz zuvor
auf ihn verübten Mordanschlags. Herbst: Ehrengast in Peter
Frankenfelds TV-Show Musik ist Trumpf. 20.10.: Ex-Ehemann David
Cameron lehnt die bevorstehende Operation von Tochter Christina ab; in einem Interview
mit der Zeitschrift „Neues Blatt“ kritisiert er Hildegard Knef scharf dafür:
„Ich verachte Hilde zutiefst für das, was sie mit unserem Kind anstellt.
Tinta geht so noch vor die Hunde. (…) Keine Hölle ist so schrecklich wie eine
verstoßene Frau“; Hildegard Knef verwahrt sich daraufhin in Presseinterviews
gegen Camerons Behauptungen. Oktober: Tochter Christina –
9-Jährig – muss sich im Lindenhof-Spital der schweizerischen Hauptstadt Bern
aufgrund ihrer Muskelschwäche einer schwierigen 9-stündigen Becken-Operation
unterziehen (Hildegard Knef sagte 1980, in diesen Stunden sei sie um zehn
Jahre gealtert, das sei „auch der Grund, warum ich mich habe liften lassen“). 27.10.: Vorabdruck des Buches Nichts als
Neugier in der Illustrierten „Bunte“ unter dem Titel „Jenseits von
morgen“. 8.12.: Ehepaar Knef-Schell
lässt sich vom Klatschmagazin „Das Neue Blatt“ interviewen; darin berichten
sie, dass Tochter Christina Tag und Nacht von Leibwächtern beschützt werden
muss und ihre OP mit Nebenkosten ca. 50.000 DM gekostet hat; der Umzug ins
Haus Bettinastraße 12 verschlang weitere 50.000; zu den laufenden Kosten sagt
Hildegard Knef: „4000 Mark Miete im Monat plus Kosten für die Gasheizung, dazu
kommen noch die Angestellten, die Agenten und die Steuern. Da bleibt nicht
mehr viel fürs Bankkonto.“; Paul von Schell fügt hinzu: „Wir brauchen Geld.
Deshalb konnten wir das Haus in Berlin [Bettinastraße 12] auch nicht kaufen,
sondern nur mieten. Ein Kauf war aus finanziellen Gründen nicht möglich. (…)
Tintas Privatlehrerin wird nicht von uns bezahlt. Die Kosten trägt die Stadt
Berlin. Warum auf das verzichten, was jedem Bürger und Steuerzahler zusteht?“ • Hildegard Knef überwirft sich mit
ihrer langjährigen Sekretärin Ingrid Goll. |
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1978 |
Januar: Die LP Heimweh-Blues erscheint
(kommerziell nicht erfolgreich); bereits im August 1976 war unter diesem
Titel ein Buch mit
Texten von Hildegard Knef u.a. zu Bildern des Malers Hans Kossatz
veröffentlicht worden. 22.3.: Gast bei der
Eröffnungsfeier der 28. Internationalen Filmfestspiele 1978 im Berliner
„Zoo-Palast“. Mai: Veröffentlichung ihres
Buches Nichts
als Neugier im Goldmann-Verlag, in dem sie mehrere prominente
Zeitgenossen zum Thema Parapsychologie interviewt: Leni Riefenstahl, Lilli Palmer,
Bruno Kreisky, Françoise Sagan, Niki Lauda, Henry Miller (u.a.). 29.5.: Anwesenheit bei der
Premiere von Fedora bei den
Filmfestspielen von Cannes; dabei stellt Hildegard Knef fest, dass ihre Stimme
nachsynchronisiert wurde; der Film erhält schlechte Kritiken und wird ein
Flop (in einem Interview im Jahr 1995 sagte sie über den Film, er sei „so
grauenhaft, dass man es nicht in Worte fassen kann“). 14.7.: Gast beim Staatsempfang
von Bundespräsident Walter Scheel für US-Präsident Jimmy Carter auf Schloss
Augustusburg bei Bonn. 7.10.: Zum 75. Geburtstag des
Schauspielers Hans Söhnker verfasst Hildegard Knef einen Artikel, Unsere
Zusammenarbeit war Lachen, in der Fernsehzeitschrift „Gong“. Oktober: Hildegard Knefs zweites
Album des Jahres erscheint, Überall blühen Rosen,
auf dem sie französische Chansons in dt. Übertragung singt; die LP verkauft
sich schlecht. |
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1979 |
19.3.: Beginn eines
Krankenhausaufenthalts in der Berliner Schlossparkklinik; Gallenoperation. Juni: Tochter Christina wird
von ihrer Patentante Vera Kálmán, der Witwe des Operettenkomponisten Emmerich
Kálmán, für den Fall ihres Todes testamentarisch großzügig bedacht. • Dreharbeiten in Berlin für den
25-minütigen Film Hildegard Knef’s
Berlin aus der Serie „Cities“; bei dem Projekt handelt es sich um Filme,
in denen Prominente eine ihnen nahe stehende Stadt portraitieren (z.B. Peter
Ustinov – Leningrad, Glenn Gould – Toronto, Melina Mercouri – Athen), und die
für den Vertrieb in US-amerikanischen Bildungseinrichtugen produziert werden;
1981 erscheint ein gleichnamiges Buch zur Serie. August: Die LP Eins & Eins
erscheint, eine Zusammenarbeit mit dem Orchester Bert Kaempfert. Herbst: Umjubelter Gaststar
beim ersten „Berliner Tuntenball“ im neu eröffneten Internationalen
Congress-Centrum (ICC), ihr erster Konzertauftritt seit 10 Jahren, erstmals begleitet
vom Pianisten und Arrangeur Kai Rautenberg; der Auftritt wird gemanagt von
ihrem Freund und Mitarbeiter, späteren Verfassers zweier Bücher über sie,
Axel Andree. Herbst: Dreharbeiten für den
Film Warum die Ufos unseren
Salat klauen (später umgetitelt: Checkpoint-Charly) in
Berlin; der Film verschwindet bereits 3 Tage nach dem Start im April 1980 aus
den Kinos. 11.12.: Hildegard Knef lässt
sich im schweizerischen Lausanne in fünfstündiger Operation das Gesicht
liften, nachdem es bei den Dreharbeiten zu Fedora auch zu Hautschäden
gekommen war; in einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ erklärt sie im
Juli 1980: „Ich bin es meinem Publikum schuldig, dass ich ansehnlich aussehe,
wenn ich auf die Bühne komme.“ 28.12.: Gastrolle in der
TV-Krimiserie Der Alte. |
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