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Chronologie des Lebens von Hildegard Knef |
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1950 – 1959 Für die Richtigkeit der Angaben
übernimmt der Autor keine Haftung |
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1950 |
14.4.: Hildegard
Knef legt in Los Angeles den Staatsbürgereid der Vereinigten Staaten von
Amerika ab. Juni: US-Schauspieler
und Produzent Glenn Ford plant eine Hauptrolle für Hildegard Knef in dem Film
„The Man Who Watched the Trains Go By“ – er wird 1952 von anderen Produzenten
und Darstellern realisiert (dt. Titel: „Der Mann, der sich selbst nicht
kannte“). 1.8.: Hildegard
Knef und ihr Mann lösen ihren Haushalt in Beverly Hills auf und kehren nach
Europa zurück, für Dreharbeiten in Deutschland (Bendestorf bei Hamburg) und
Italien (Positano) zum Film Die Sünderin (Arbeitstitel: „Monolog“) von Willi Forst. November: Noch
während der Arbeiten für Die Sünderin beginnen die Dreharbeiten für den US-Film Decision Before Dawn (in
mehreren dt. Orten und – Anfang 1951 – in Paris), ihres ersten Films für die
20th Century Fox von Darryl F. Zanuck, mit dem sie einen 7-Jahres-Vertrag
abschließt; Affäre mit dem Regisseur des Films, Anatole Litvak; kurz danach
Trennung von Kurt Hirsch. Dezember: Erste
Tätigkeit als Werbe-Modell (für den „Olympia `51“ von Opel). |
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1951 |
18.1.: Uraufführung
des Films Die Sünderin in
Frankfurt a.M. und Wien; die Kritiken sind schlecht. Januar: Der
Konflikt um Die
Sünderin führt zum Austritt der Vertreter von evangelischer und
katholischer Kirche aus dem Selbstkontrollgremium der Filmwirtschaft. 21.2.: Die
kath. Kirche in Regensburg ruft mit Erfolg zu einer Protestdemonstration
gegen den Film Die Sünderin
auf – es kommt aber auch zu Gegendemonstrationen; der Film wird kurz darauf
in Bayern verboten; erst 1955 wird der Film vom Bundesverwaltungsgericht als
„Erzeugnis der Kunst“ eingestuft, das nicht den allgemeinen Gesetzen
unterworfen sei. März: Nach
einem Aufruf des „Ruhrkaplans“ Pfarrer Karl Klinkhammer werfen in Düsseldorf
und Köln katholische Jugendliche Stinkbomben in Vorstellungen von Die
Sünderin und protestieren mit Plakaten („Über dem Kapital steht die
Gesundheit des Volkes“, „Sünderin – ohne uns!“); es kommt zu Ausschreitungen;
Klinkhammer muss sich vor Gericht verantworten, wird aber Anfang November
1951 freigesprochen (erst in der Fernsehsendung Stern-TV im Juni
1993 lernt er Hildegard Knef persönlich kennen); trotz weiterer
Boykottaufrufe und vorübergehender Verbote (in Köln nicht aus inhaltlichen
Gründen sondern wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“) wird der Film
von über 7 Millionen Menschen gesehen. Sommer: Dreharbeiten
in Tag- und Nachtschichten in München und Frankfurt a.M. für den dt. Film Nachts auf den
Straßen (dabei verletzt sie sich den Meniskus) und in Wien für ihren
zweiten Film von Willi Forst, Es geschehen noch
Wunder, der floppt (Der „Spiegel“ nach der Premiere im Oktober: Knef sei
eine Fehlbesetzung). 30.10.: Rückkehr
nach Los Angeles zu Dreharbeiten für den Film Diplomatic Courier
in Hollywood; Affäre mit Co-Star Tyrone Power; Interviews mit den beiden
berühmtesten Klatschreporterinnen Hollywoods, Hedda Hopper und Louella
Parsons; Bekanntschaft mit Marilyn Monroe. Oktober: Erste
Schallplattenveröffentlichung, Ein Herz ist
zu verschenken / Jeden Abend stehe ich am Hafen. November: Hildegard
Knef reicht die Scheidungsklage gegen Kurt Hirsch ein; sie wird am 15.1.1952
von einem kalifornischen Gericht gewährt und tritt im November 1952 in Kraft
[Hirsch ist in den Folgejahrzehnten als Versicherungsvertreter in den USA
tätig und stirbt am 26.12.2008 im Alter von 84 Jahren]. 13.12.: Hand-
und Fußabdrücke vor „Grauman’s Chinese Theatre“ in Hollywood, auf Veranlassung
des Produktionschefs der 20th Century Fox, Darryl F. Zanuck (wohl als
PR-Aktion für den Film Decision
Before Dawn). 21.12.: Kinostart
in den USA von Decision
Before Dawn, ihres ersten veröffentlichten Hollywood-Films, der gute
Pressekritiken erhält. |
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1952 |
15.1.: Uraufführung
des Films Nachts auf
den Straßen im „Turmpalast“ in Frankfurt a.M.; der Film wird trotz
mäßiger Kritiken ein großer Erfolg und erhält den „Goldenen Leuchter“ als
„bester abendfüllender Spielfilm“ bei der Verleihung der Bundesfilmpreise
1953. März: In der Zeitschrift „Film
Revue“ wirbt Hildegard Knef erstmals für Seife der Marke „Luxor“. 2.4.: Stiefvater
Wilhelm Wulfestieg stirbt 60-Jährig in Berlin-Charlottenburg. April: In einer
Umfrage des Instituts für Publizistik der Universität Münster (veröffentlicht
im „Spiegel“) kommt Hildegard Knef bei der Frage „Welche Darsteller wollen
Sie nicht mehr sehen?“ auf Platz 3; der Film Die Sünderin kommt auf
Platz 1 bei der Frage: Welcher Film hat Ihnen besonders missfallen? 7.6.: Gaststar
in der US-Rundfunksendung „The Stars Review The Hits: Wayne Howell’s Disc
Jockey Show“, in der sie interviewt wird und die vorgestellten Schallplatten
beurteilt; die Sendung wird auf LP
aufgezeichnet und als Promo-Kopie DJs zugesandt. 13.6.: Kinostart
in den USA des Films Diplomatic
Courier. Sommer: Gleichzeitige
Dreharbeiten: in München-Geiselgasteig mit Erich von Stroheim für Alraune (montags bis
donnerstags), in Paris für den französischen Film La fête à Henriette
(freitags bis sonntags). 18.8.: In den
USA Kinostart des Films The Snows of
Kilimanjaro; Hildegard Knef zeigt sich enttäuscht – ihre Rolle war in der
Endfassung erheblich reduziert worden und die beiden von ihr interpretierten
Cole-Porter-Songs „Just One Of Those Things" und Alles war so leer/You Do Something To Me
waren herausgeschnitten worden (letzteres Lied verblieb jedoch in der dt.
Kinofassung). 15.9.: Dreharbeiten
beginnen zum Film Illusion
in Moll – es ist ihr siebter Film in 12 Monaten. 26.9.: US-Kinostart
ihres letzten Hollywood-Films Night Without Sleep,
der trotz Starbesetzung (Gary Merrill, Linda Darnell) floppt; der Film
gelangt nicht in die deutschen Kinos. 23.10.: Kinostart
des Films Alraune zu
überwiegend negativen Pressekritiken. 5.11.: Die
Zeitschrift „Film Revue“ bezeichnet Hildegard Knef als „DEN Weltstar des
deutschen Films“ und schreibt: „Stets fordert sie durch ihre Erscheinung und
durch ihr Spiel Widerspruch oder Beifall heraus. Nur lauwarm lässt sie
keinen“; außerdem zitiert das Magazin Hollywood-Klatschreporterin Hedda
Hopper: „Hildegarde Neff ist eine Sensation in Hollywood, weil sie nahezu
völlig einen langen Traum der Filmleute erfüllt – nämlich eine zweite Garbo
zu finden“. 18.12.: Kinostart
des Spielfilms Illusion
in Moll, der sich als Misserfolg erweist. |
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1953 |
Februar (bis Juli): Aufnahmen
in Berlin und London für ihre erste britische Produktion, The Man Between, mit James
Mason; vor ihrem Berliner Hotel stehen Fans und rufen: „Hilde! Hilde!“;
Knef-Doppelgänger-Preisausschreiben werden veranstaltet. 13.3.: Dt.
Premiere des Films The
Snows of Kilimanjaro; der „Spiegel“ schreibt: „Hilde, in unvorteilhaften
Schlauchgewändern (muss) gegen zwei Glamour-Damen, Ava Gardner und Susan
Hayward, ansingen“; Gregory Peck erklärt, Hildegard Knef sei eine gute
Schauspielerin, „aber ein Star ist sie [in den USA] noch nicht“; Hildegard
Knef bezeichnet den Film später als „grauenhaft“ und „oberflächlich“. Frühsommer: Blinddarmoperation
in Hamburg; kurz zuvor Beginn ihrer Freundschaft mit „Stern“-Herausgeber
Henri Nannen (der sich – so wurde behauptet – in sie verliebte und sogar
darüber nachdachte, sich Hildegard Knefs wegen scheiden zu lassen), nachdem
sie für die Dreharbeiten an ihrem letzten Film mit Produzent Eric Pommer, Eine Liebesgeschichte (nach
Carl Zuckmayer) in Hamburg-Poppenbüttel, Kritenbarg 38c, ein Haus gemietet
hatte. 14.5.: Kinostart in der BR
Deutschland des frz. Films La fête à Henriette; kurz
danach Preis der französischen Filmkritik für ihre Rolle in dem Film. Juli: In der Zeitschrift
„Reader’s Digest“ erscheint eine Anzeige, in der Hildegard Knef für
„Ergee“-Strumpfhosen wirbt. August: Hildegard Knef in London,
zur Premiere der engl. Fassung des Films Die Sünderin („The
Sinner“); die berühmte Nacktszene war herausgeschnitten worden; ihr
Premierenbegleiter war Henri Nannen, der am darauf folgenden Tag zu Hildegard
Knefs Entgeisterung von einer Londoner Boulevardzeitung „her SS-bodyguard“
genannt wird; in den USA startet der Film später ebenfalls (Dezember 1954). 30.9.: Der „Spiegel“ schreibt:
„Europas Aufstand gegen Hildegard Knefs Version der ‚Sünderin’ dauert an. In
der ostbelgischen Stadt Kelmis schalteten die Elektrizitätswerke kurz vor
Beginn der Aufführung den Strom ab“. • In Brüssel
Auszeichnung als „Beste Schauspielerin des Jahres“. |
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1954 |
Januar: Kinostart
der dt. Fassung des Films The
Man Between. Januar: Erster
Auftritt im deutschen Fernsehen, als Interviewpartnerin in der NWDR-Sendung Unsere ersten Gäste im neuen
Jahr. 25.2.: Premiere
des Films Eine
Liebesgeschichte im „Theater am Aegi“ in Hannover; die Dreharbeiten
fanden in Hamburg und Celle und Umgebung statt; die Pressekritiken in
Deutschland sind negativ – die „New York Times“ dagegen bespricht die
US-Premiere im März 1958 positiv; es war die erste deutsche
Spielfilmproduktion im Breitwandformat von 1:1,85 sowie mit Stereo-Tonspur. Frühjahr: Dreharbeiten
für den britischen Film Svengali;
Elisabeth Schwarzkopf übernimmt die Synchronisation für die Gesangsnummern in
der Produktion. Anfang Juli: Auf
Einladung der Zeitschrift „Neue Illustrierte“ treffen sich in Waldeck am
Edersee mehrere international bekannte Schauspieler und Regisseure zum
„privaten Kennen lernen“, neben Hildegard Knef nehmen daran teil: Bernhard
Wicki, André Michel, Barbara Rütting, Ivan Desny, Michel Auclair. 14.7.: In einer
Leserumfrage des „Spiegel“ kreuzen zur Überraschung der Redaktion nur 10% der
Befragten an, sie seien „an der Lebensgeschichte der Hilde Knef“
interessiert. August: Eine
Rundreise durch die Alpen (in der Presse als „Abschied von Europa“ tituliert)
führt sie nach Salzburg, Bad Ischl, Bad Wiessee und Fuschl; sie besucht u.a.
ihre neue Managerin, Ilse Alexander (der Ehefrau des Komponisten Charly
Niessen); des Weiteren trifft sie den italienischen Filmregisseur Roberto
Rossellini, der sie dazu überreden will, neben Ingrid Bergman eine Hauptrolle
in seinem ersten deutschen Film („La Paura“, dt. „Angst“) zu spielen –
Hildegard Knef lehnt mit Verweis auf ihr Broadway-Engagement ab; die Rolle
wird später mit der aus Heimatfilmen bekannten Schauspielerin Renate
Mannhardt besetzt. 5.9.: Ankunft
in New York; als Vorbereitung auf ihre Rolle als „Ninotschka“ im kommenden
Musical Silk Stockings erhält
sie zwei Wochen lang Gesangsunterricht bei Herbert Green. 15.9.: Uraufführung
des Films Geständnis
unter vier Augen in Berlin („Spiegel“: „sehr wenig Spannung“); die
Dreharbeiten fanden im Sommer in Göttingen und Hamburg statt. 22.11.: Beginn
der Voraufführungen in Philadelphia (5 Wochen), Boston (4 Wochen) und Detroit
(3 Wochen) für das Cole-Porter-Musical Silk Stockings (den längsten der
Broadway-Geschichte); Porter war durch Hildegard Knefs Interpretation zweier seiner
Lieder im Film The
Snows of Kilimanjaro auf sie aufmerksam geworden; während der
Voraufführungen in Philadelphia wird ihre Erkrankung an Masern vor der Presse
geheim gehalten; die Krankheit löst Kurzsichtigkeit aus und einen
Stimmbandriss, mit der Folge, dass ihr lebenslang zwei Knoten in den
Stimmbändern verbleiben. • Hildegard Knef wirbt in
Zeitungsanzeigen für „VL – der Volks-Lippenstift“ der Kosmetikfirma Riz,
Köln. |
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1955 |
24.2.: Nach
mehrfachem Aufschub erfolgreiche Premiere von Coler Porters letztem
Broadway-Musical Silk Stockings
im New Yorker Imperial Theatre, in Anwesenheit der Mutter. Weitere
Hauptdarsteller: Don Ameche und Gretchen Wyler; die „New York Times“ schreibt
über „Hildegarde Neff“: „She gives an immensely skillful performance“ [Sie
liefert eine ungeheuer gekonnte Darstellung ab]; insgesamt steht Hildegard
Knef 478 mal (inkl. der Voraufführungen: 576 mal) als „Ninotschka“ auf der
Bühne, 8 mal dreieinhalb Stunden pro Woche; Ella Fitzgerald bezeichnet sie
lt. Knef als „beste Sängerin ohne Stimme“; in dieser Zeit lebt sie in einem
Penthouse über dem „Grosvenor Hotel“ in der Fifth Avenue; 2 Jahre später wird
das Musical – wohl aus vertragsrechtlichen Gründen – ohne Hildegard Knef
verfilmt (mit Fred Astaire und Cyd Charisse). April: Die LP zum Musical Silk Stockings erscheint in den USA. • Während des Aufenthalts
in New York Freundschaft mit Cole Porter, Tennessee Williams, Noel Coward und
dem Chefredakteur der Zeitschrift „Aufbau“ in New York, Manfred George. Juni: Zu einer
Party erscheinen in Hildegard Knefs Wohnung Henri Nannen,
„Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein, Manfred George und US-Dramatiker
William Faulkner (der sogleich in einer der beiden Hängematten auf der
Terrasse seinen Vollrausch ausschlief). 29.7.: Dt.
Kinostart des britischen Films Svengali;
die Zeitschrift „Revue“ schreibt: „Die schauspielerische Leistung Hildegard
Knefs wird ihn in die Filmgeschichte eingehen lassen.“ Sommer: Mehrere
dt. Zeitungen behaupten, Silk
Stockings sei ein Flop („Berliner Morgenpost“: „Hildegard Knef am
Broadway gescheitert“). |
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1956 |
14.4.: Hildegard
Knef spielt nach 15 Monaten am Broadway zum letzten Mal in Silk Stockings; Don Ameche war –
angeblich wegen eines Nervenzusammenbruches – schon Mitte Januar
ausgeschieden und von Lawrence Brooks ersetzt worden; Hildegard Knef und ihre
Mutter kehren nach Europa zurück. Mai: Nach
Zwischenstopp in Paris dreivierteljähriger Erholungsaufenthalt im „Berghüsli“
bei St. Moritz in der Schweiz; Wiederentdeckung ihrer Mal-Leidenschaft;
Hildegard Knef erfährt, dass ihr Anwalt und Manager den größten Teil der
Einnahmen aus Silk Stockings
veruntreut hat und mit den Geldern nach Venezuela geflohen ist. |
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1957 |
22.1.: Rückkehr
nach Berlin; die Presse empfängt sie am Grenzübergang Dreilinden, wo sie in ihrem
Chevrolet „Bel Air“ vorfährt, der von ihrem neuen Manager Henry Lester
gesteuert wird (mit Vorgängerin Elli Silman besteht nur noch Kontakt per
Anwalt); Empfang durch den Regierenden Bürgermeister Otto Suhr im Rathaus
Schöneberg; über der Stadt kreisen Hubschrauber und werfen tausende Bänder
ab, auf denen „Willkommen an den Ufa’n der Spree“ steht; sie bezieht zunächst
mit ihrer Mutter eine 3-Zimmer-Wohnung in Berlin-Westend, Oldenburgallee 1a
(1. OG), später Umzug in eine Villa in Berlin-Dahlem, Finkenstraße 11. 28.5.: Hildegard
Knef Ehrengast bei der Einweihung des „Zoo-Palastes“ in Berlin. Juli: Hildegard
Knef einer der Stars auf dem Ball der Berliner Filmfestspiele. 9.9.: Beginn
der Dreharbeiten in Berlin zum Film Madeleine und der Legionär,
des ersten Films der neugegründeten UfA; die Außenaufnahmen finden in
Cuxhaven, Nordafrika (Tanger, Algier u.a.), Frankreich und Italien statt; die
Arbeiten sind Ende Oktober beendet. November: Hildegard
Knef erlebt mehrere Monate der Arbeitslosigkeit. • Affäre mit dem
Drehbuchautor von Madeleine und der
Legionär, Herbert Reinecker (später bekannt als Autor der Krimiserien
„Der Kommissar“ und „Derrick“) – sie endet wegen mit seinem Rauswurf aus
Hildegard Knefs Wohnung. |
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1958 |
21.1.: Lauer
Beifall bei der Premiere von Madeleine
und der Legionär im Berliner „Zoo-Palast“ (in der Presse zuvor
angekündigt unter dem Titel „Verkauftes Leben – Schicksale in der
Fremdenlegion“); der Film wird vom größten Teil der Kritik verrissen („Star
Revue“: „[Hildegard Knef] gab ihren Part verklemmt, nervös und statuarisch“);
Hildegard Knef bezeichnet den Film später als „Schwachsinn aller
Schwachsinne“; der neue Vertrag mit der UfA – die sie zuvor zum Stirnrunzeln
der dt. Presse als „UfA-Star Nummer 1“ proklamierte – wird umgehend „in
bestem Einvernehmen“ aufgelöst. Januar: Hildegard
Knef ist für die weibliche Hauptrolle in einer UfA-Verfilmung des Lebens von
Wernher von Braun vorgesehen; das Projekt mit dem Arbeitstitel „Die Welt hält
den Atem an“ scheitert. Februar: Das
Magazin „Frankfurter Illustrierte“ (Vorläuferin der „Bunte“) verleiht erstmals
seinen Künstlerpreis „Frankfurter Oskar“ – erste Trägerin: Hildegard Knef. Mai: In
Ausgabe 21 der DDR-Zeitschrift „Filmspiegel“ erscheint ein Artikel unter dem
Titel: „Sie wählte den falschen Weg: Das Schicksal der Hildegard Knef“; der
Autor wirft ihr vor, seit dem DEFA-Film Die Mörder sind unter
uns keinen guten Film mehr gemacht zu haben, und nur aus Geldgründen und
unter dem Einfluss geldgieriger Manager schlechte und erfolglose Filme im
Ausland zu drehen; Silk Stockings
sei Mitwirkung in einer „antisowjetischen“ Komödie gewesen; in der DDR bleibt
Hildegard Knef verpönt – auch später als Sängerin, denn nur eine LP (Bei dir war es
immer so schön, 1976) und eine EP (Amiga-Quartett, 1982)
werden jemals veröffentlicht. 2.7.: Der „Spiegel“
schreibt, Hildegard Knef sei es seit dem Vorjahr gelungen, aus der „mittleren
Gagenklasse auszubrechen und in die Elite der 100.000-D-Mark-Mimen
vorzudringen“. August: Nachdem
Jazz-Trompeter Miles Davis in Paris auf ihre Stimme aufmerksam wurde, wird in
Frankreich eine EP mit Liedtexten von Boris Vian (Bal de Vienne u.a.)
veröffentlicht; die Platte verkauft sich jedoch schlecht. 23.9.: In der
Zeitschrift „Brigitte“ gibt Hildegard Knef folgenden „Schönheitstip“:
„Täglich Gymnastik! Jeden Morgen zwei bis drei Minuten – um dieses kleine
Frühtraining drücke ich mich nie herum, auch wenn ich noch soviel zu tun
habe. Es macht hellwach und frisch und hält gelenkig. Die Figur bleibt in
Form“. 3.10.: Dt.
Erstaufführung ihrer zweiten französischen Filmproduktion, La fille de Hambourg;
während der Dreharbeiten im Frühjahr Freundschaft mit Co-Darsteller Daniel
Gélin; der Film kommt bei der dt. Presse nicht besonders gut an. Herbst/Winter: In
Großbritannien knapp zweimonatige Dreharbeiten für den Film Subway in the Sky; in
einem Interview mit der engl. Tageszeitung „Daily Express“ sagt sie: „I am
really a very impolite person, especially when I am working. In fact, I’m
hated like hell“ [Ich bin wirklich ein sehr unhöflicher Mensch, vor allem
wenn ich arbeite. Ja, ich bin höllisch verhasst]; die Zeitschrift „Bravo“
behauptet, die Gründe dafür seien: der ungewohnte Umgang mit einem weiblichen
Regisseur (Muriel Box), die zu sanft gewesen sei, außerdem, weil sie den
Austausch des Kameramanns durchgesetzt hatte und wegen ihrer angeblich
schlechten Behandlung der Pressevertreter. • Hildegard Knef wirbt in
dt. Zeitschriften für die Seife „Lux“ („Lux – Schönheit auch für Sie“). • Mit Romy Schneider
zu Gast beim Hamburger Filmball. |
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1959 |
13.2.: Hildegard
Knef beteiligt sich aufgrund ihrer Freundschaft mit dem Regierenden Bürgermeister
Willy Brandt an der Spendenaktion für Berlin, „Macht das Tor auf“. 18.2.: Im
„Spiegel“ wird der Schriftsteller Erich Kuby mit folgendem Satz über
Hildegard Knefs Gesangsqualitäten zitiert: „Ich staunte, was für einen tollen
Jazz man doch mit gar keiner Stimme, mit weniger als gar keiner Stimme, aber
tief, tiefer, am tiefsten, und rauchig, rauchiger, am rauchigsten singen
kann“. Februar: Erste
Schallplattenveröffentlichung in Großbritannien, die EP Hildegarde Neff. 12.3.: Premiere
in Hannover des Films Der Mann, der sich
verkaufte. Hildegard
Knef lernt in Brighton, während der Dreharbeiten zum britischen TV-Film International
Detective: The Carrington Case, den
7 Jahre jüngeren, zu diesem Zeitpunkt noch verheirateten englischen
Schauspieler David „Tonio“ Cameron kennen (später von ihm verwendeter zweiter
Nachname: Palastanga – nach seinen griechisch-italienischen Vorfahren
väterlicherseits). Juli: Während
der Internationalen Filmfestspiele in Berlin Verleihung des Bundesfilmpreises
(Filmband in Silber) für die beste weibliche Nebenrolle im Film Der Mann, der sich
verkaufte; der gemeinsame Besuch der Veranstaltung mit David Cameron
veranlasst die „Bild“-Zeitung zur Schlagzeile: „Sünderin nun auch
Ehebrecherin“. Die Kontroverse führt dazu, dass Hildegard Knefs Filme in 64
dt. Klein- und Mittelstädten auf den Index gesetzt werden. 23.8.: Ausstrahlung
der Hildegarde
Neff Show im Programm der BBC, für die sie zuvor in Berlin beim dänischen
Choreograph Jan Borall Unterricht nahm; die Sendung fällt bei Kritik und
Publikum durch; eine LP
erscheint zur Show. • Mitwirkung in dem live
im britischen TV ausgestrahlten Drama The Violent Years. Spätsommer: David
Cameron zieht in Hildegard Knefs Berliner Villa in der Finkenstraße ein. 23.10.: Dt.
Uraufführung des brit. Spielfilms Subway in the Sky (U-Bahn
in den Himmel). Winter: Dreharbeiten
in der Cinecittà in Rom für ihre erste italienische Produktion, La strada dei giganti;
eine schwere Virusinfektion, die sie sich dabei zuzieht, wird von der dt.
Boulevardpresse als Selbstmordversuch interpretiert. Winter: Hildegard
Knef erkrankt in Berlin an Gehirnhautentzündung. |
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