Chronologie des Lebens von Hildegard Knef

 

1950 – 1959

Für die Richtigkeit der Angaben übernimmt der Autor keine Haftung

 

1950

14.4.:

Hildegard Knef legt in Los Angeles den Staatsbürgereid der Vereinigten Staaten von Amerika ab.

Juni:

US-Schauspieler und Produzent Glenn Ford plant eine Hauptrolle für Hildegard Knef in dem Film „The Man Who Watched the Trains Go By“ – er wird 1952 von anderen Produzenten und Darstellern realisiert (dt. Titel: „Der Mann, der sich selbst nicht kannte“).

1.8.:

Hildegard Knef und ihr Mann lösen ihren Haushalt in Beverly Hills auf und kehren nach Europa zurück, für Dreharbeiten in Deutschland (Bendestorf bei Hamburg) und Italien (Positano) zum Film Die Sünderin (Arbeitstitel: „Monolog“) von Willi Forst.

November:

Noch während der Arbeiten für Die Sünderin beginnen die Dreharbeiten für den US-Film Decision Before Dawn (in mehreren dt. Orten und – Anfang 1951 – in Paris), ihres ersten Films für die 20th Century Fox von Darryl F. Zanuck, mit dem sie einen 7-Jahres-Vertrag abschließt; Affäre mit dem Regisseur des Films, Anatole Litvak; kurz danach Trennung von Kurt Hirsch.

Dezember:

Erste Tätigkeit als Werbe-Modell (für den „Olympia `51“ von Opel).

1951

18.1.:

Uraufführung des Films Die Sünderin in Frankfurt a.M. und Wien; die Kritiken sind schlecht.

Januar:

Der Konflikt um Die Sünderin führt zum Austritt der Vertreter von evangelischer und katholischer Kirche aus dem Selbstkontrollgremium der Filmwirtschaft.

21.2.:

Die kath. Kirche in Regensburg ruft mit Erfolg zu einer Protestdemonstration gegen den Film Die Sünderin auf – es kommt aber auch zu Gegendemonstrationen; der Film wird kurz darauf in Bayern verboten; erst 1955 wird der Film vom Bundesverwaltungsgericht als „Erzeugnis der Kunst“ eingestuft, das nicht den allgemeinen Gesetzen unterworfen sei.

März:

Nach einem Aufruf des „Ruhrkaplans“ Pfarrer Karl Klinkhammer werfen in Düsseldorf und Köln katholische Jugendliche Stinkbomben in Vorstellungen von Die Sünderin und protestieren mit Plakaten („Über dem Kapital steht die Gesundheit des Volkes“, „Sünderin – ohne uns!“); es kommt zu Ausschreitungen; Klinkhammer muss sich vor Gericht verantworten, wird aber Anfang November 1951 freigesprochen (erst in der Fernsehsendung Stern-TV im Juni 1993 lernt er Hildegard Knef persönlich kennen); trotz weiterer Boykottaufrufe und vorübergehender Verbote (in Köln nicht aus inhaltlichen Gründen sondern wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“) wird der Film von über 7 Millionen Menschen gesehen.

Sommer:

Dreharbeiten in Tag- und Nachtschichten in München und Frankfurt a.M. für den dt. Film Nachts auf den Straßen (dabei verletzt sie sich den Meniskus) und in Wien für ihren zweiten Film von Willi Forst, Es geschehen noch Wunder, der floppt (Der „Spiegel“ nach der Premiere im Oktober: Knef sei eine Fehlbesetzung).

30.10.:

Rückkehr nach Los Angeles zu Dreharbeiten für den Film Diplomatic Courier in Hollywood; Affäre mit Co-Star Tyrone Power; Interviews mit den beiden berühmtesten Klatschreporterinnen Hollywoods, Hedda Hopper und Louella Parsons; Bekanntschaft mit Marilyn Monroe.

Oktober:

Erste Schallplattenveröffentlichung, Ein Herz ist zu verschenken / Jeden Abend stehe ich am Hafen.

November:

Hildegard Knef reicht die Scheidungsklage gegen Kurt Hirsch ein; sie wird am 15.1.1952 von einem kalifornischen Gericht gewährt und tritt im November 1952 in Kraft [Hirsch ist in den Folgejahrzehnten als Versicherungsvertreter in den USA tätig und stirbt am 26.12.2008 im Alter von 84 Jahren].

13.12.:

Hand- und Fußabdrücke vor „Grauman’s Chinese Theatre“ in Hollywood, auf Veranlassung des Produktionschefs der 20th Century Fox, Darryl F. Zanuck (wohl als PR-Aktion für den Film Decision Before Dawn).

21.12.:

Kinostart in den USA von Decision Before Dawn, ihres ersten veröffentlichten Hollywood-Films, der gute Pressekritiken erhält.

1952

15.1.:

Uraufführung des Films Nachts auf den Straßen im „Turmpalast“ in Frankfurt a.M.; der Film wird trotz mäßiger Kritiken ein großer Erfolg und erhält den „Goldenen Leuchter“ als „bester abendfüllender Spielfilm“ bei der Verleihung der Bundesfilmpreise 1953.

März:

In der Zeitschrift „Film Revue“ wirbt Hildegard Knef erstmals für Seife der Marke „Luxor“.

2.4.:

Stiefvater Wilhelm Wulfestieg stirbt 60-Jährig in Berlin-Charlottenburg.

April:

In einer Umfrage des Instituts für Publizistik der Universität Münster (veröffentlicht im „Spiegel“) kommt Hildegard Knef bei der Frage „Welche Darsteller wollen Sie nicht mehr sehen?“ auf Platz 3; der Film Die Sünderin kommt auf Platz 1 bei der Frage: Welcher Film hat Ihnen besonders missfallen?

7.6.:

Gaststar in der US-Rundfunksendung „The Stars Review The Hits: Wayne Howell’s Disc Jockey Show“, in der sie interviewt wird und die vorgestellten Schallplatten beurteilt; die Sendung wird auf LP aufgezeichnet und als Promo-Kopie DJs zugesandt.

13.6.:

Kinostart in den USA des Films Diplomatic Courier.

Sommer:

Gleichzeitige Dreharbeiten: in München-Geiselgasteig mit Erich von Stroheim für Alraune (montags bis donnerstags), in Paris für den französischen Film La fête à Henriette (freitags bis sonntags).

18.8.:

In den USA Kinostart des Films The Snows of Kilimanjaro; Hildegard Knef zeigt sich enttäuscht – ihre Rolle war in der Endfassung erheblich reduziert worden und die beiden von ihr interpretierten Cole-Porter-Songs „Just One Of Those Things" und Alles war so leer/You Do Something To Me waren herausgeschnitten worden (letzteres Lied verblieb jedoch in der dt. Kinofassung).

15.9.:

Dreharbeiten beginnen zum Film Illusion in Moll – es ist ihr siebter Film in 12 Monaten.

26.9.:

US-Kinostart ihres letzten Hollywood-Films Night Without Sleep, der trotz Starbesetzung (Gary Merrill, Linda Darnell) floppt; der Film gelangt nicht in die deutschen Kinos.

23.10.:

Kinostart des Films Alraune zu überwiegend negativen Pressekritiken.

5.11.:

Die Zeitschrift „Film Revue“ bezeichnet Hildegard Knef als „DEN Weltstar des deutschen Films“ und schreibt: „Stets fordert sie durch ihre Erscheinung und durch ihr Spiel Widerspruch oder Beifall heraus. Nur lauwarm lässt sie keinen“; außerdem zitiert das Magazin Hollywood-Klatschreporterin Hedda Hopper: „Hildegarde Neff ist eine Sensation in Hollywood, weil sie nahezu völlig einen langen Traum der Filmleute erfüllt – nämlich eine zweite Garbo zu finden“.

18.12.:

Kinostart des Spielfilms Illusion in Moll, der sich als Misserfolg erweist.

1953

Februar (bis Juli):

Aufnahmen in Berlin und London für ihre erste britische Produktion, The Man Between, mit James Mason; vor ihrem Berliner Hotel stehen Fans und rufen: „Hilde! Hilde!“; Knef-Doppelgänger-Preisausschreiben werden veranstaltet.

13.3.:

Dt. Premiere des Films The Snows of Kilimanjaro; der „Spiegel“ schreibt: „Hilde, in unvorteilhaften Schlauchgewändern (muss) gegen zwei Glamour-Damen, Ava Gardner und Susan Hayward, ansingen“; Gregory Peck erklärt, Hildegard Knef sei eine gute Schauspielerin, „aber ein Star ist sie [in den USA] noch nicht“; Hildegard Knef bezeichnet den Film später als „grauenhaft“ und „oberflächlich“.

Frühsommer:

Blinddarmoperation in Hamburg; kurz zuvor Beginn ihrer Freundschaft mit „Stern“-Herausgeber Henri Nannen (der sich – so wurde behauptet – in sie verliebte und sogar darüber nachdachte, sich Hildegard Knefs wegen scheiden zu lassen), nachdem sie für die Dreharbeiten an ihrem letzten Film mit Produzent Eric Pommer, Eine Liebesgeschichte (nach Carl Zuckmayer) in Hamburg-Poppenbüttel, Kritenbarg 38c, ein Haus gemietet hatte.

14.5.:

Kinostart in der BR Deutschland des frz. Films La fête à Henriette; kurz danach Preis der französischen Filmkritik für ihre Rolle in dem Film.

Juli:

In der Zeitschrift „Reader’s Digest“ erscheint eine Anzeige, in der Hildegard Knef für „Ergee“-Strumpfhosen wirbt.

August:

Hildegard Knef in London, zur Premiere der engl. Fassung des Films Die Sünderin („The Sinner“); die berühmte Nacktszene war herausgeschnitten worden; ihr Premierenbegleiter war Henri Nannen, der am darauf folgenden Tag zu Hildegard Knefs Entgeisterung von einer Londoner Boulevardzeitung „her SS-bodyguard“ genannt wird; in den USA startet der Film später ebenfalls (Dezember 1954).

30.9.:

Der „Spiegel“ schreibt: „Europas Aufstand gegen Hildegard Knefs Version der ‚Sünderin’ dauert an. In der ostbelgischen Stadt Kelmis schalteten die Elektrizitätswerke kurz vor Beginn der Aufführung den Strom ab“.

In Brüssel Auszeichnung als „Beste Schauspielerin des Jahres“.

1954

Januar:

Kinostart der dt. Fassung des Films The Man Between.

Januar:

Erster Auftritt im deutschen Fernsehen, als Interviewpartnerin in der NWDR-Sendung Unsere ersten Gäste im neuen Jahr.

25.2.:

Premiere des Films Eine Liebesgeschichte im „Theater am Aegi“ in Hannover; die Dreharbeiten fanden in Hamburg und Celle und Umgebung statt; die Pressekritiken in Deutschland sind negativ – die „New York Times“ dagegen bespricht die US-Premiere im März 1958 positiv; es war die erste deutsche Spielfilmproduktion im Breitwandformat von 1:1,85 sowie mit Stereo-Tonspur.

Frühjahr:

Dreharbeiten für den britischen Film Svengali; Elisabeth Schwarzkopf übernimmt die Synchronisation für die Gesangsnummern in der Produktion.

Anfang Juli:

Auf Einladung der Zeitschrift „Neue Illustrierte“ treffen sich in Waldeck am Edersee mehrere international bekannte Schauspieler und Regisseure zum „privaten Kennen lernen“, neben Hildegard Knef nehmen daran teil: Bernhard Wicki, André Michel, Barbara Rütting, Ivan Desny, Michel Auclair.

14.7.:

In einer Leserumfrage des „Spiegel“ kreuzen zur Überraschung der Redaktion nur 10% der Befragten an, sie seien „an der Lebensgeschichte der Hilde Knef“ interessiert.

August:

Eine Rundreise durch die Alpen (in der Presse als „Abschied von Europa“ tituliert) führt sie nach Salzburg, Bad Ischl, Bad Wiessee und Fuschl; sie besucht u.a. ihre neue Managerin, Ilse Alexander (der Ehefrau des Komponisten Charly Niessen); des Weiteren trifft sie den italienischen Filmregisseur Roberto Rossellini, der sie dazu überreden will, neben Ingrid Bergman eine Hauptrolle in seinem ersten deutschen Film („La Paura“, dt. „Angst“) zu spielen – Hildegard Knef lehnt mit Verweis auf ihr Broadway-Engagement ab; die Rolle wird später mit der aus Heimatfilmen bekannten Schauspielerin Renate Mannhardt besetzt.

5.9.:

Ankunft in New York; als Vorbereitung auf ihre Rolle als „Ninotschka“ im kommenden Musical Silk Stockings erhält sie zwei Wochen lang Gesangsunterricht bei Herbert Green.

15.9.:

Uraufführung des Films Geständnis unter vier Augen in Berlin („Spiegel“: „sehr wenig Spannung“); die Dreharbeiten fanden im Sommer in Göttingen und Hamburg statt.

22.11.:

Beginn der Voraufführungen in Philadelphia (5 Wochen), Boston (4 Wochen) und Detroit (3 Wochen) für das Cole-Porter-Musical Silk Stockings (den längsten der Broadway-Geschichte); Porter war durch Hildegard Knefs Interpretation zweier seiner Lieder im Film The Snows of Kilimanjaro auf sie aufmerksam geworden; während der Voraufführungen in Philadelphia wird ihre Erkrankung an Masern vor der Presse geheim gehalten; die Krankheit löst Kurzsichtigkeit aus und einen Stimmbandriss, mit der Folge, dass ihr lebenslang zwei Knoten in den Stimmbändern verbleiben.

Hildegard Knef wirbt in Zeitungsanzeigen für „VL – der Volks-Lippenstift“ der Kosmetikfirma Riz, Köln.

1955

24.2.:

Nach mehrfachem Aufschub erfolgreiche Premiere von Coler Porters letztem Broadway-Musical Silk Stockings im New Yorker Imperial Theatre, in Anwesenheit der Mutter. Weitere Hauptdarsteller: Don Ameche und Gretchen Wyler; die „New York Times“ schreibt über „Hildegarde Neff“: „She gives an immensely skillful performance“ [Sie liefert eine ungeheuer gekonnte Darstellung ab]; insgesamt steht Hildegard Knef 478 mal (inkl. der Voraufführungen: 576 mal) als „Ninotschka“ auf der Bühne, 8 mal dreieinhalb Stunden pro Woche; Ella Fitzgerald bezeichnet sie lt. Knef als „beste Sängerin ohne Stimme“; in dieser Zeit lebt sie in einem Penthouse über dem „Grosvenor Hotel“ in der Fifth Avenue; 2 Jahre später wird das Musical – wohl aus vertragsrechtlichen Gründen – ohne Hildegard Knef verfilmt (mit Fred Astaire und Cyd Charisse).

April:

Die LP zum Musical Silk Stockings erscheint in den USA.

Während des Aufenthalts in New York Freundschaft mit Cole Porter, Tennessee Williams, Noel Coward und dem Chefredakteur der Zeitschrift „Aufbau“ in New York, Manfred George.

Juni:

Zu einer Party erscheinen in Hildegard Knefs Wohnung Henri Nannen, „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein, Manfred George und US-Dramatiker William Faulkner (der sogleich in einer der beiden Hängematten auf der Terrasse seinen Vollrausch ausschlief).

29.7.:

Dt. Kinostart des britischen Films Svengali; die Zeitschrift „Revue“ schreibt: „Die schauspielerische Leistung Hildegard Knefs wird ihn in die Filmgeschichte eingehen lassen.“

Sommer:

Mehrere dt. Zeitungen behaupten, Silk Stockings sei ein Flop („Berliner Morgenpost“: „Hildegard Knef am Broadway gescheitert“).

1956

14.4.:

Hildegard Knef spielt nach 15 Monaten am Broadway zum letzten Mal in Silk Stockings; Don Ameche war – angeblich wegen eines Nervenzusammenbruches – schon Mitte Januar ausgeschieden und von Lawrence Brooks ersetzt worden; Hildegard Knef und ihre Mutter kehren nach Europa zurück.

Mai:

Nach Zwischenstopp in Paris dreivierteljähriger Erholungsaufenthalt im „Berghüsli“ bei St. Moritz in der Schweiz; Wiederentdeckung ihrer Mal-Leidenschaft; Hildegard Knef erfährt, dass ihr Anwalt und Manager den größten Teil der Einnahmen aus Silk Stockings veruntreut hat und mit den Geldern nach Venezuela geflohen ist.

1957

22.1.:

Rückkehr nach Berlin; die Presse empfängt sie am Grenzübergang Dreilinden, wo sie in ihrem Chevrolet „Bel Air“ vorfährt, der von ihrem neuen Manager Henry Lester gesteuert wird (mit Vorgängerin Elli Silman besteht nur noch Kontakt per Anwalt); Empfang durch den Regierenden Bürgermeister Otto Suhr im Rathaus Schöneberg; über der Stadt kreisen Hubschrauber und werfen tausende Bänder ab, auf denen „Willkommen an den Ufa’n der Spree“ steht; sie bezieht zunächst mit ihrer Mutter eine 3-Zimmer-Wohnung in Berlin-Westend, Oldenburgallee 1a (1. OG), ein Jahr später Umzug in eine Villa in Berlin-Dahlem, Finkenstraße 11.

28.5.:

Hildegard Knef Ehrengast bei der Einweihung des „Zoo-Palastes“ in Berlin.

Juli:

Hildegard Knef einer der Stars auf dem Ball der Berliner Filmfestspiele.

9.9.:

Beginn der Dreharbeiten in Berlin zum Film Madeleine und der Legionär, des ersten Films der neugegründeten UfA; die Außenaufnahmen finden in Cuxhaven, Nordafrika (Tanger, Algier u.a.), Frankreich und Italien statt; die Arbeiten sind Ende Oktober beendet.

November:

Hildegard Knef erlebt mehrere Monate der Arbeitslosigkeit.

Affäre mit dem Drehbuchautor von Madeleine und der Legionär, Herbert Reinecker (später bekannt als Autor der Krimiserien „Der Kommissar“ und „Derrick“) – sie endet wegen mit seinem Rauswurf aus Hildegard Knefs Wohnung.

1958

21.1.:

Lauer Beifall bei der Premiere von Madeleine und der Legionär im Berliner „Zoo-Palast“ (in der Presse zuvor angekündigt unter dem Titel „Verkauftes Leben – Schicksale in der Fremdenlegion“); der Film wird vom größten Teil der Kritik verrissen („Star Revue“: „[Hildegard Knef] gab ihren Part verklemmt, nervös und statuarisch“); Hildegard Knef bezeichnet den Film später als „Schwachsinn aller Schwachsinne“; der neue Vertrag mit der UfA – die sie zuvor zum Stirnrunzeln der dt. Presse als „UfA-Star Nummer 1“ proklamierte – wird umgehend „in bestem Einvernehmen“ aufgelöst.

Januar:

Hildegard Knef ist für die weibliche Hauptrolle in einer UfA-Verfilmung des Lebens von Wernher von Braun vorgesehen; das Projekt mit dem Arbeitstitel „Die Welt hält den Atem an“ scheitert.

Februar:

Das Magazin „Frankfurter Illustrierte“ (Vorläuferin der „Bunte“) verleiht erstmals seinen Künstlerpreis „Frankfurter Oskar“ – erste Trägerin: Hildegard Knef.

Mai:

In Ausgabe 21 der DDR-Zeitschrift „Filmspiegel“ erscheint ein Artikel unter dem Titel: „Sie wählte den falschen Weg: Das Schicksal der Hildegard Knef“; der Autor wirft ihr vor, seit dem DEFA-Film Die Mörder sind unter uns keinen guten Film mehr gemacht zu haben, und nur aus Geldgründen und unter dem Einfluss geldgieriger Manager schlechte und erfolglose Filme im Ausland zu drehen; Silk Stockings sei Mitwirkung in einer „antisowjetischen“ Komödie gewesen; in der DDR bleibt Hildegard Knef verpönt – auch später als Sängerin, denn nur eine LP (Bei dir war es immer so schön, 1976) und eine EP (Amiga-Quartett, 1982) werden jemals veröffentlicht.

2.7.:

Der „Spiegel“ schreibt, Hildegard Knef sei es seit dem Vorjahr gelungen, aus der „mittleren Gagenklasse auszubrechen und in die Elite der 100.000-D-Mark-Mimen vorzudringen“.

August:

Nachdem Jazz-Trompeter Miles Davis in Paris auf ihre Stimme aufmerksam wurde, wird in Frankreich eine EP mit Liedtexten von Boris Vian (Bal de Vienne u.a.) veröffentlicht; die Platte verkauft sich jedoch schlecht.

23.9.:

In der Zeitschrift „Brigitte“ gibt Hildegard Knef folgenden „Schönheitstip“: „Täglich Gymnastik! Jeden Morgen zwei bis drei Minuten – um dieses kleine Frühtraining drücke ich mich nie herum, auch wenn ich noch soviel zu tun habe. Es macht hellwach und frisch und hält gelenkig. Die Figur bleibt in Form“.

3.10.:

Dt. Erstaufführung ihrer zweiten französischen Filmproduktion, La fille de Hambourg; während der Dreharbeiten im Frühjahr Freundschaft mit Co-Darsteller Daniel Gélin; der Film kommt bei der dt. Presse nicht besonders gut an.

Herbst/Winter:

In Großbritannien knapp zweimonatige Dreharbeiten für den Film Subway in the Sky; in einem Interview mit der engl. Tageszeitung „Daily Express“ sagt sie: „I am really a very impolite person, especially when I am working. In fact, I’m hated like hell“ [Ich bin wirklich ein sehr unhöflicher Mensch, vor allem wenn ich arbeite. Ja, ich bin höllisch verhasst]; die Zeitschrift „Bravo“ behauptet, die Gründe dafür seien: der ungewohnte Umgang mit einem weiblichen Regisseur (Muriel Box), die zu sanft gewesen sei, außerdem, weil sie den Austausch des Kameramanns durchgesetzt hatte und wegen ihrer angeblich schlechten Behandlung der Pressevertreter.

Hildegard Knef wirbt in dt. Zeitschriften für die Seife „Lux“ („Lux – Schönheit auch für Sie“).

Mit Romy Schneider zu Gast beim Hamburger Filmball.

1959

13.2.:

Hildegard Knef beteiligt sich aufgrund ihrer Freundschaft mit dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt an der Spendenaktion für Berlin, „Macht das Tor auf“.

18.2.:

Im „Spiegel“ wird der Schriftsteller Erich Kuby mit folgendem Satz über Hildegard Knefs Gesangsqualitäten zitiert: „Ich staunte, was für einen tollen Jazz man doch mit gar keiner Stimme, mit weniger als gar keiner Stimme, aber tief, tiefer, am tiefsten, und rauchig, rauchiger, am rauchigsten singen kann“.

Februar:

Erste Schallplattenveröffentlichung in Großbritannien, die EP Hildegarde Neff.

12.3.:

Premiere in Hannover des Films Der Mann, der sich verkaufte.

8.5.:

Hildegard Knef lernt in Brighton, während der Dreharbeiten zum britischen TV-Film International Detective: The Carrington Case, den 7 Jahre jüngeren, zu diesem Zeitpunkt noch verheirateten englischen Schauspieler David „Tonio“ Cameron kennen (später von ihm verwendeter zweiter Nachname: Palastanga – nach seinen griechisch-italienischen Vorfahren väterlicherseits).

Juli:

Während der Internationalen Filmfestspiele in Berlin Verleihung des Bundesfilmpreises (Filmband in Silber) für die beste weibliche Nebenrolle im Film Der Mann, der sich verkaufte; der gemeinsame Besuch der Veranstaltung mit David Cameron veranlasst die „Bild“-Zeitung zur Schlagzeile: „Sünderin nun auch Ehebrecherin“. Die Kontroverse führt dazu, dass Hildegard Knefs Filme in 64 dt. Klein- und Mittelstädten auf den Index gesetzt werden.

23.8.:

Ausstrahlung der Hildegarde Neff Show im Programm der BBC, für die sie zuvor in Berlin beim dänischen Choreograph Jan Borall Unterricht nahm; die Sendung fällt bei Kritik und Publikum durch; eine LP erscheint zur Show.

Mitwirkung in dem live im britischen TV ausgestrahlten Drama The Violent Years.

Spätsommer:

David Cameron zieht in Hildegard Knefs Berliner Villa in der Finkenstraße ein.

23.10.:

Dt. Uraufführung des brit. Spielfilms Subway in the Sky (U-Bahn in den Himmel).

Winter:

Dreharbeiten in der Cinecittà in Rom für ihre erste italienische Produktion, La strada dei giganti; eine schwere Virusinfektion, die sie sich dabei zuzieht, wird von der dt. Boulevardpresse als Selbstmordversuch interpretiert.

Winter:

Hildegard Knef erkrankt in Berlin an Gehirnhautentzündung.

 

 

 

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